Mein neues Baby ist da. Eine Mamiya RB67 Pro. Seit fast einem Jahr war ich auf der Suche nach einer gut erhaltenen Mittelformatkamera. Dann lief mir diese in der Bucht über den Weg und nötigte mich, den Kaufen-Button zu drücken. Ein paar Tage später war sie da. In tadellosem Zustand und sogar ein paar Rollfilme waren beigelegt.

Mit dieser Kamera kehre ich nun auch nach langer Zeit wieder zur Analogfotografie zurück, die ich parallel zur Digitalfotografie betreiben möchte. Das Entwickeln der Filme werde ich auch selber übernehmen. Die Jobo Dose und die notwendige Chemie ist bereits angekommen und ich kann es nicht erwarten, den ersten Film zu entwickeln. Die letzten Wochen waren ziemlich stressig, daher steht das Zeug schon eine Weile rum und wartet, dass ich mich endlich bequeme den Entwickler anzurühren.

Warum Mittelformat? Ich finde den Look der Bilder genial. Im Gegensatz zum Kleinbildformat, ist die Lichtverteilung eine andere. Beim ersten Bick durch den Sucher dachte ich, scheiß auf die Fotos, der Sucher reicht. Und bisher vermisse ich die fertig entwickelten Filme noch nicht. Das eigentliche Fotografieren macht momentan noch genug Spaß! Die Arbeit mit diesem über 3Kg schweren Trümmer unterscheidet sich etwas von der mit einer 5D. Es geht alles etwas gemächlicher zu, was jedes Foto schon zu einem Ritual werden lässt. Ebenso die Beschränkung von 11Bildern pro Film führt dazu, dass man mehr nachdenkt, was man fotografiert. Interessanterweise hat sich auch meine Motivauswahl geändert. Dinge, die ich digital wahrscheinlich niemals fotografieren würde, werden plötzlich zum Motiv.

Das Ding ist Mechanik pur. Kein bisschen Elektronik. Einen Belichtungsmesser kann man bei der Mamiya lange suchen. Anfangs habe ich meine 5D zur Ermittlung der Belichtungsdaten verwendet. Mittlerweile verwende ich eine App für’s IPhone, was das Gepäck doch leichter macht.