Ich sitze vor dem Rechner und Scheiß-Facebook blendet mir Werbung für Gesundheitszentren in meiner Umgebung ein. Wahrscheinlich wegen meiner vorgestern ausgekugelten Schulter und meiner Google Suche nach Genesungstipps. Als es passiert ist, habe ich es noch locker genommen, als ich meine deformierte Schulter im Spiegel begutachtet habe und fand es total witzig, wie leicht es war, sie selber wieder einzurenken. Chuck Norris? Eine Pfeife im Vergleich zu mir. Nur fällt mir so langsam auf, was ich alles in nächster Zeit nicht machen kann und meine Laune befindet sich gerade im Sinkflug. Angefangen beim Motorradfahren habe ich ums Haus herum einige kleinere Baustellen, die jetzt erstmal warten müssen. Zwei Shootings musste ich für heute und morgen absagen, bei nach langer Zeit geilem Wetter – Das passiert, wenn man Dummheiten macht.

Heute dann erst einmal zum Hausarzt, anschließend zum Radiologen ein MRT machen. Glücklicherweise nur die üblichen Schäden, die bei sowas passieren. Nichts gerissen, erstmal keine OP notwendig. Naja, fast… Es wäre wohl zu einfach gewesen. Er eröffnet mir, dass er selber in so einem Fall zu einem Schulterspezialisten in einer nahegelegenen Sportklinik gehen würde. Wenn da was bleibt, könnte es sein, dass die Schulter immer wieder, auch bei banalen Belastungen, rausspringt. Hmm, der Hausarzt meinte, man müsste da gar nichts machen. Drei Wochen Schlinge und fertig. Wer hat nun recht? Nimmt es der Hausarzt zu locker oder versorgt der Radiologe seine Kumpels mit Aufträgen? Leicht sucht man in der Situation einen Schuldigen, was den beiden gegenüber dann unfair wäre.

Ich entscheide mich für Variante drei, nämlich den Orthopäden, der mir meine vor etwas zehn Jahren ebenfalls ausgekugelte Schulter sehr gut behandelt hat. Mal schauen was der meint. Dann schaue ich mir die Akten von damals, an und stelle fest, dass die Behandlung fast ein halbes Jahr gedauert und der Abschlussbericht noch ein paar leichte Beschwerden erwähnte. Na dann kann der Sommer ja kommen…