Eigentlich, so könnte man meinen, sind Fotografiegruppen und Foren für den Austausch unter Fotografen und Modellen da. Was mir aber schon seit einiger Zeit ein bisschen auf den Senkel geht, ist die Tatsache, das relativ viel Kommunikation dafür aufgewendet wird, sich über andere auszulassen. Und immer ist irgendein Thema Grund einen kleinen Shitstorm loszutreten. Sei es die Cyan-Tonung von Bildern oder die Anhäufung von Magnolienfotos im Frühjahr. Irgendwann, kommt irgendein Honk um’s Eck, der keine Hobbies hat und die Gruppe mit seiner Meinung zum aktuellen Trend vollmüllt. Und leider schließen sich ihm weitere an. Die aktuellest Nummer ist, dass sich ein Modell nach dem anderen darüber aufregt, Absagen von Fotografen auf TfP Anfragen bekommen zu haben. Dann kommt noch die Geschichte vom Modell, das gar nicht wußte, was TfP heißt und deswegen von Fotografen in jungen Jahren ausgenutzt wurde. Was TfP ist, scheinen aber viele, auch Fotografen, nicht wirklich zu wissen. Daher mag ich mal meine Sicht auf TfP beschreiben und was man daraus machen kann.

Tfp, also Time for Prints, ist in der heutigen Zeit eigentlich veraltet. Time for Files würde es wahrscheinlich genauer treffen. Anstatt Korinthen zu kacken, nutzen wir den Begriff TfP einfach mal. Im Grunde genommen bedeutet es, dass alle beteiligten Parteien ihre Zeit einbringen und als Ergebnis die Bilder erhalten. Soweit eigentlich recht einfach. Nun ist es so, dass Zeit nicht das einzige ist, was investiert werden muss. Da gibt es Fahrtkosten, Visagistinen, die bezahlt werden wollen, sofern sie beim TfP nicht mitmachen, Studiomiete, gekaufte Kleidung, Verpflegung, usw. Auch hier gilt, jeder trägt seine Kosten. Will das Modell eine Visa haben, muss es diese halt zahlen. Selbiges trifft auf den Fotografen zu, wenn dieser ins Studio will. Es gibt aber dann auch die Varianten, dass alle Beteiligten sich die größten Kostenpunkte teilen, was für eine Seite immer sehr angenehm ist.

Albern finde ich es, wenn Fotografen sich generell weigern, Modellen Reisekosten zu erstatten. Heutzutage sind Reisen quer durch Deutschland nicht mehr teuer und da jüngere Modelle doch öfters über eine Entlastung der eigenen Kasse froh sind, kann man als Fotograf die Reisekosten übernehmen. Als Fotograf kann man sich die Kosten für ein Pay-Modell mal vor Augen halten und die Reisekosen gegenüberstellen. Ich für meinen Teil würde einem Modell auch die Fahrtkosten erstatten. Natürlich würde ich eine Fahrt quer durc hdie Republik per Taxi eher ablehnen. Aber dafür gibt es ja sowas wie Telefone… Grundsätzlich kann man, aus meiner Sicht, über Erstattungen jeglicher Art reden. Heißt am Ende ja nicht, dass man alles übernehmen muss. Eine Beteiligung ist oft auch hilfreich. Also. TfP – im Grunde ganz einfach.

So! Was machen, wenn ein angeschriebenes Modell oder ein Fotograf eine TfP Anfrage ablehnen? Akzeptieren und weitermachen. TfP soll sich grundsätzlich für beide Seiten lohnen. Eine Absage ist völlig legitim, wenn eine Seite der Meinung ist, das der Gegenwert, nämlich Bilder für’s Portfolio, nicht passt. Man kann nicht erwarten, dass sich der andere erbarmt und mehrere Stunden einfach mal so in den Sand setzt. TfP komplett ablehnen oder an harte Bedingungen zu knüpfen finde ich albern. Egal welche Erfahrung ein Fotograf oder ein Modell mitbringen – TfP sollte immer gehen.