Es heißt ja, Gegensätze ziehen sich an. Allerdings las ich vor einiger Zeit ziemlich das Gegenteil davon. Da stand drin, dass sich gleiches zu gleichem gesellt. Auch aus dem Chemieunterricht weiß ich noch, dass sich gleiches mit gleichem mischt. Daher wundert es mich nicht, dass mir bei meinem letzten Ausflug in die elektronische Bucht, eine Canon AE-1 ins Netz ging. Momentan fühle ich mich eher zu Kameras hingezogen, die so alt sind wie ich ;-).
Das Ding stand neben der Mamiya RB67 schon länger auf meiner Wunschliste. Die Kamera ist super erhalten und hat im Rahmen einer Wellnesskur neue Lichtdichtungen erhalten, so dass die nächsten 30 Jahre kommen können. Als das Ding dann Freitag Abends per Paketdienst ankam, hatte ich leider keine Zeit sie mir genau anzuschauen. Das wurde auf den folgenden Samstag verschoben. Wer kennt es nicht aus seiner Kindheit. Man möchte irgendetwas machen, hat aber erst einmal eine ganze Reihe anderer Dinge zu tun. So verbrachte auch ich den Samstag damit unseren Parkettboden zu ölen und die Arbeitsplatte in der Küche zu imprägnieren. Völlig stoned von den Dämpfen nahm ich dann Abends Platz und schaute mir das Schmuckstück an. Mit einem abgelaufenen Film wollte ich das Einlegen üben, musste aber zu meinem Entsetzen feststellen, dass ohne Batterie, nicht einmal das funktioniert. Dies führte Samstags kurz vor Acht dazu, dass ich sehr zügig zu einem Elektronikhändler unterwegs war, um hoffentlich eine passende Batterrien zu finden. Kurze Zeit später schnappte dann auch der Verschluss des Batteriefachs zu und der Film wurde eingelegt. Jetzt konnte ich endlich die Kamera etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Denke ich an meine ersten Gehversuche mit der Mamiya RB67, so waren diese recht unebeholfen. Der Komfort eines Belichtungsmessers, den jede moderne Kamera heute hat, kann man sich nicht mehr wegdenken. Umso schwerer war es bei der Mamiya erst einmal das Licht zu messen, alle Einstellungen zu tätigen und dann erst abzudrücken. Am Ende ist es eine Übungssache und man überlegt sich alle Schritte genau. Die AE-1 hat einen eingebauten Belichtungsmesser, was die ganze Sache sehr viel angenehmer macht. Sogar ein Automatikmodus ist verfügbar. Da ich bei meiner 5D Mk3 keine Automatiken mehr nutze, werde ich wohl bei der AE-1 auch nicht mehr damit anfangen. Allerdings nutze ich bei der 5D häufig den Liveview zum Einmessen, den die AE-1 natürlich nicht bietet. Man wird sehen, was rauskommt. Größe und Gewicht der AE-1 sind recht angenehm. Alles etwas schlanker, als das womit ich in letzter Zeit fotografiert habe.

Das einzige was ein bisschen weh tut, sind die Preise für die Filme. Diese kosten gleich ein paar Euro mehr als der gleiche Rollfilm. Man hat aber auch dreimal so viele Bilder, daher relativiert sich der Preis gleich wieder und entwickeln kann ich die Dinger ebenfalls selber. Jetzt fehlen mir nur noch zwei Sachen. Ein Negativscanner, um meine Bilder zu digitalisieren und ein Modell, dass auf die ersten 36 Schwarz/Weiss Bilder der AE-1 drauf will…