Als der lose Gummi um den Zoomring beim EF24-70 meine Stirn in Runzeln legte, stellte ich mir zunächst die Frage, warum ein so hochpreisiges Objektiv einen solch banalen Mangel aufweisen kann. Dummerweise auch noch außerhalb der Gewährleistung. Nun ist es manchmal einfach so wie es ist und viel wichtiger in diesem Moment erschien mir die Frage, wie ein Objektiv für den Versandweg Richtung Canon Support verpackt werden soll. So banal die Aufgabe auch erscheinen mag, wollte ich sicher gehen und vermeiden, dass das Schätzchen nicht mit mehr Schäden beim Canon Service ankommen, als es verschickt wurde. Eigentlich sollte der gesunde Menschenverstand reichen, die richtige Verpackung für sein Objektiv zu finden. Wäre da nicht der Zweifel, der dir leise ins Ohr haucht, „Du hast etwas Wichtiges übersehen“.

Canon Objektiv versenden EF24-70

 

Generell ist die Originalverpackung einer Linse schon mal eine sehr gute Ausgangsbasis für den sicheren Versand. Reisen die Objekte doch in diesen Kartons um die Welt. Nun bin ich keiner, der für ein gebrauchtes Objektiv mehr zahlen würde, nur weil der Originalkarton dabei ist. Dementsprechend sammle ich diese Kartons nicht, in der Hoffnung mal auf dem Gebrauchtmarkt mehr dafür zu bekommen, sondern entsorge diese. Damit entfällt für mich aber auch eben diese Art der Verpackung.

Überlegt man, was einem Objektiv auf seiner Reise alles widerfahren kann, kommt man auf eine Handvoll Punkte. Da wäre zunächst die Erschütterung des Transports bestehend aus der Fahrt und potentiellen Basketball/Fußball(?) Trainingseinheiten des Paketboten. Diesen tritt man mit einer dicken Polsterung entgegen. Ein Kleber mit der Aufschrift „Vorsicht zerbrechlich“ bietet sich an, wenn ich auch eher zweifle, ob das auch gelesen wird. Staub und Flüssigkeiten sind Dinge, denen man am besten mit einer zusätzlichen Verpackung zur Abdichtung entgegentritt. Hier habe ich das Objektiv einfach in einen stabilen Gefrierbeutel mit einem Säckchen Silicagel gesteckt und diesen mit einem Gummiring fest verschlossen. Die Auswahl des Versandkartons fiel auf ein Exemplar, das um das Objektiv genug Platz für Polstermaterial ließ. Von 5cm Platz nach allen Seiten habe ich gelesen. Das ist sicherlich ein guter Anhaltspunkt. Die Linse wurde in ausreichend Luftpolsterfolie gewickelt, so dass sie umwickelt stramm in den Karton passte.

Die staubdicht verpackte Linse:

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Eine weitere Gefahr ist natürlich der Diebstahl. Hier hilft nur eine dem Inhalt entsprechende Versicherungssumme. Das kostet zwar etwas Aufpreis, ist aber nicht dramatisch.

Die nächste Frage war, wohin das Paket genau muss und woher die Mädels und Jungs bei Canon wissen was ich will? Nach einer kurzen Suche bin ich auf der Seite vom Canon Reparatur-Service gelandet. Dort findet sich ein Reparaturformular, dass man komfortabel im pdf Reader ausfüllen kann und dann ausdruckt. Im Formular gibt man die verschickten Produkte an und die Reparaturwünsche. Ist man sich der Höhe der Reparaturkosten nicht sicher, kann man um einen Kostenvoranschlag bitten. Ebenso besteht die Möglichkeit dies erst nach Überschreitung einer bestimmten Reparatursumme in Anspruch zu nehmen. Verschickt wurde das Paket nach Willich zum Canon Customer Support.

 

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Positiv überrascht war ich von der lückenlosen Verfolgung während des Versands und der Reparatur. Während der Versanddienstleister über die Paketverfolgung den aktuellen Versandstatus bereitstellt, bekommt man bei Canon regelmäßig Informationen per SMS zugeschickt, welche Station das Objektiv gerade durchläuft. So erhielt ich eine Bestätigung über den Eingang des Objektivs, den Start der Reparatur und als sich das Paket wieder auf den Rückweg machte. Die Zahlung der Reparaturkosten erfolgt bar an den Paketboten. Ob es weitere Zahlungsmethoden gibt, habe ich nicht geprüft. Allerdings macht dies die Entgegennahme des Pakets etwas schwierig, da man nicht immer daheim ist und nicht weiß bei welchem Nachbarn der Bote klingeln wird.

Wie Canon Objektive verpackt sollte ich etwa eine Woche später erfahren, als es wieder zurück war. Und so weit lagen meine Verpackungsmethode und die von Canon nicht auseinander. In einem Beutel staubdicht verpackt lag es zwischen Luftpolstern in einem Karton mit einem neuen Zoomring und blitzeblank. Canon hatte aber noch zusätzlich den Zoom arretiert – wieder was gelernt.

Generell muss ich Canon für die vorbildhafte Bearbeitung der Reparatur loben. Man ist ständig auf dem Laufenden, wo sein Schätzchen gerade ist. Wie bereits eingangs erwähnt, empfand ich den eigentlichen Mangel am Objektiv selber weniger prickelnd. Ebenso fand ich schade, dass es von Canon keine Stellungnahme zu meinem Wunsch auf Kulanz zu reparieren gab. Aufgrund der geringen Summe war es mir egal. Eine Reaktion auf meinen Kommentar im Reparaturformular wäre nett gewesen.

 

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