Gelegentlich soll das ein oder andere Bild auch vom Rechner auf Papier gebracht werden. Dazu lasse ich meine Bilder in einem Fotoladen hier in der Stadt entwickeln. Die haben ihre eigenen Ausbelichtungsmaschingen hinten im Laden stehen. Ich bringe die Fotos auf einem USB Stick hin und 10 Minuten später sind sie fertig. Wenn ich mit meinem zweijährigen Sohn spazieren gehe, gebe ich die Bilder auf und hole sie nach einer Runde um den Block bereits wieder ab. Ganz praktisch also.

Neulich war ich mit den Fotos nicht ganz zufrieden. Die Farben waren zu warm, gelb- und rotstichig. Außerdem zu dunkel. Die Haut sah fleckig aus und dunklere Bildteile sind total abgesoffen. Also habe ich angefangen den Fehler bei meinen Einstellungen zu suchen. Den Bildschirm erneut profiliert. Softproofs gemacht, mit positivem Ergebnis. Am Ende wusste ich nicht wirklich, ob der Fehler tatsächlich bei mir lag. Mit den neuen Bildern bin ich am nächsten Tag nochmal hin, um zu schauen, ob’s  besser wird.

Im Laden angekommen, wurde ich dann gleich von einem Azubi empfangen und gefragt, ob ich mit der Bestellung der Fotos Hilfe benötige. Ich verneinte, weil ich mittlerweile die Bedieung kenne – zumindest glaube ich das zu diesem Zeitpunkt noch. Als er sich gerade umdrehte, fiel mir doch eine Frage ein. Nämlich, ob an den Bilder irgendwelche SuperDuperPremiumFoto Optimierungen durchgeführt werden und wenn ja: wie man das abstellen kann? Was er nicht wusste – ich hatte diese Frage schon paar Mal anderen Mitarbeitern gestellt und immer die Antwort erhalten, dass da nichts gemacht wird, solange ich bei der Bestellung keine Optimierung anwähle – habe ich noch nie gemacht. Spontan konnte er mir die Frage nicht beantworten, lief aber sofort nach hinten, um die Laborantin zu fragen. Nach  kurzer Zeit kam er zurück und teilte mir mit, ich stünde am falschen Rechner. Dieser hätte nämlich eine ungerade Nummer und zeigte auf ein aufgeklebtes Schild mit einer 11 drauf. Die Laborantin, so erklärte er weiter, hätte gesagt, dass die Rechner mit den geraden Nummern keine Optimierungen vornehmen, die mit den ungeraden schon. Einen Moment wusste ich nicht wirklich, ob der Kerl mich verarschen will oder die Laborantin ihn verarscht hat. Doch scheinbar meinte er das ernst. Ich verkniff mir einen sarkastischen Kommentar und wies ihn daruafhin, dass dies eine unglückliche Festlegung sei.

Also brach ich den Bestellvorgang ab und wechselte zum Rechner Nr. 10. Als ich mit der Bestellung durch war, verließ ich tierisch gespannt auf das Ergebnis den Laden. Abends war ich in der Stadt noch unterwegs und holte die Bilder ab. Diesmal kontrollierte ich sie sofort und fand die Ausbelichtung gut. Leider hat die Sache einen Haken: Ich hatte an dem Bild ein paar Modifikationen vorgenommen und konnte nun nicht feststellen, ob meine Änderungen oder der Wechsel auf einen anderen Rechner zum Erfolg führten. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Test mit der Originaldatei nochmal auf einem ungeraden Rechner durchzuführen.

Was mich etwas erschreckt hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der mir der Unterschied zwischen den Rechnern erklärt wurde. Ein noch bescheuerte Festlegung kann es ja wohl nicht geben. Wenn man Kunden Rechner zur Verfügung stellt, sollte man sicherstellen, dass alle Rechner das gleiche Ergebnis liefern oder ausreichend deutlich markiert sind.