Ich mag Abzüge von Fotos. Ich mag Fotobücher. Ein ausgedrucktes Bild in den Händen zu halten ist eine andere Nummer, als es am Bildschirm zu betrachten. Daher bestelle ich seit Jahren regelmäßig Abzüge meiner Bilder. Nach weniger guten Erfahrungen mit einem lokalen Fotofachgeschäft (Geschichte), bin ich zu Saal Digital gewechselt und seither zufrieden. Bei Fotobüchern habe ich bisher immer auf Blurb gesetzt und war ebenfalls sehr zufrieden. Als sich mir die Möglichkeit bot das Fotobuch von Saal Digital zu testen, sagte ich natürlich nicht nein. Von verschiedenen Fotografen hatte ich gehört, dass sie ihr Fotobücher bei Saal Digital bestellen und somit bot sich sich die Gelegenheit an, herauszufinden, ob das auch etwas für mich ist. Saal Digital unterstützte diesen Test mit einem Gutschein über 40 Euro, so dass die Kosten des Tests etwas abgepuffert wurden. Im Gegenzug gibt es diesen Bericht:

Vor der Bestellung eines Fotobuches muss dieses zunächst gestaltet werden. Bevor ich zu Blurb gekommen bin, habe ich bereits Fotobücher bei verschiedenen anderen Anbietern erstellt. Dies führte dazu, dass ich darauf eigentlich keine Lust mehr hatte. Seither meide ich die Gestaltungsprogramme, wie der Teufel das Weihwasser. Mit Lightroom, welches ich mittlerweile dafür nutze, bin ich trotz der Schwächen des LR-Buchmoduls ganz zufrieden. Für den Test habe ich allerdings die Saal Digital Software installiert. Die Installation erfolgte rasch und ohne Probleme.

Direkt nach dem Start werden die verfügbaren Produkte dargestellt und man findet den Einstieg recht schnell. Durch weitere Dialoge verfeinert man seine Produktauswahl und landet irgendwann in der Design-Ansicht. Diese ist recht übersichtlich gestaltet. Mit der Software komme ich gut zurecht, bzw. waren nie lange Suchen notwendig, um bestimmte Funktionen zu finden. Die bereitgestellten Fotobuchvorlagen gefallen mir persönlich weniger. Allerdings ist das reine Geschmackssache. Für Familienalben durchaus zu gebrauchen, ist mir ein schlichteres Design für meine Bücher lieber. Ein großer Pluspunkt ggü. Lightroom, ist die Möglichkeit das Design selber anzupassen. Die Bilder lassen sich durch wenige Mausklicks sehr schön ausrichten, bzw. durch ein Raster platzieren. Auch das Einfügen von Text und sonstige Aktionen funktionieren gut.

Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden ein Vorsatzpapier zu definieren. Allerdings hätte es sich eher komisch angefühlt, bei den relativ dicken Fotoseiten ein dünnes Vorsatzpapier einzubauen, daher geht das durchaus in Ordnung. Beim Design ist mir leider ein Fehler unterlaufen, in dem ich über die ersten beiden Seiten ein Bild verteilt habe. Somit ist das Foto auf der Innenseite des Einbandes zu sehen, was mit nicht ganz gefällt. Leider ist mir das erst nach der Lieferung aufgefallen. Wäre nett, wenn die Innenseiten des Einbandes irgendwie markiert werden könnten, so dass ich während dem Design bereits drüberstolpere. Hätte ich die Vorschau besser geprüft, wäre das nicht passiert.

Die Bildauswahl ist auch relativ einfach. Man öffnet den Ordner, in dem sich die Bilder befinden und bekommt eine Voransicht aller in dem Ordner existierenden Fotos, die man dann bequem in das Buch ziehen kann.  Verwendete Bilder werden mit einem kleinen Häkchen als bereits verwendet markiert. Die Platzierung der Fotos ist ein Kinderspiel. Entweder verwendet man das Raster oder kann durch wenige Klicks Bilder auch exakt zentrieren. DIe angebotenen Gestaltungsmittel haben mir vollkommen gereicht.

Bez. der Stabilität und der Geschwindigkeit des Programmes gibt es nichts zu meckern. Buchprojekte lassen sich abspeichern und beim Fortsetzen der Bearbeitung direkt laden. Der Link zur Ansicht der bestehenden Projekte ist in meinen Augen ein wenig zu klein geraten. Er befindet sich unscheinbar unterhalb der Palette an Saal-Digital Produkten. Eine größere Darstellung bestehender Projekte erspart hier eine Suche.

Ist das Buch fertig, kann man sich eine Vorschau als pdf erzeugen lassen und das Buch vor der Fertigung prüfen. Das auf jeder Seite der Vorschau gedruckte Wasserzeichen hat mich gestört. Zunächst dachte ich, es könne nicht entfernt werden. Jedoch erfuhr ich vom Saal Support, wie das Wasserzeichen deaktiviert werden kann. Rechts oben im Fenster befindet sich ein Zahnrad-Symbol, über das man einen Dialog mit Einstellungsoptionen öffnen kann. Hier ist es möglich das Wasserzeichen abzuschalten.

Ist alles geprüft, legt man sein Buch in den Warenkorb. Daraufhin öffnet sich eine Vorschauansicht und man hat noch einmal die Möglichkeit das Buch vor der Bestellung zu prüfen. Wer jetzt den Button sucht um den Warenkorb anzuzeigen oder mit der Bestellung fortzufahren, wird das vergeblich tun. Man muss den Button „Artikel zum Warenkorb hinzufügen“ erneut drücken, obwohl man das geradeeben erst gemacht hat. Was jetzt kommt ist trivial. Zunächst öffnet sich eine Liste der zu bestellenden Produkte, gefolgt von der Adresseingabe und der Auswahl der Zahlmethode. Am Ende wird die Bestellung abgeschickt. Fertig.

Meine Bestellung sah folgendermaßen aus:

  • DIN A3 quer (ca.42x28cm)
  • Cover matt
  • unwattiert
  • Innenseiten matt
  • 38 Seiten

Der Bestellwert lag damit bei knapp über 90 Euro. Ich hatte mich für das größte Format entschieden, weil ich die Landschaftsaufnahmen möglichst groß haben wollte. Anfangs störte es mich, dass es kein Hochformat in der Größe gab. Im Nachhinein gefällt mir das Querformat richtig gut. Zwischen der Bestellung und dem Empfang des Buches vergingen nur wenige Tage. Gut verpackt und mit zusätzlichem Schutz für die Buchecken, kam es bei mir an.

Beim ersten Durchblättern macht das Buch einen guten Eindruck. Die Verarbeitung passt. Das Buch liegt plan auf dem Tisch, sprich es ist keine Wölbung zu erkennen. Das Cover fühlt sich angenehm und griffig an. Fingerabdrücke bleiben keine zurück. Das gleiche gilt für die einzelnen Seiten im Buch. Am Papier stören mich persönlich zwei Dinge. Erstens ist es kein offenporiges Papier. Zweitens, ich mag dieses dickere Fotopapier generell nicht. Das ist aber ein Punkt, der mich bisher bei allen Fotobuchanbietern gestört hat. Abgesehen von diesen persönlichen Vorlieben kommen die Bilder auf dem Papier wirklich sehr gut raus. Es hat eine angenheme Struktur und auch aufgrund der Größe des Buches (fast DIN-A3), macht es richtig Spaß die Fotos zu betrachten. Ebenso gefällt mir der fehlende Falz in der Buchmitte und damit die Möglichkeit ein Foto komplett über zwei Seiten zu legen. Das ist vor allem für Gruppenfotos ideal.

Die Bildqualität des bedruckten Covers kann mit den Seiten im Buch nicht mithalten. Das ist etwas schade. Ebenfalls bildet sich nach mehrmaligem Öffnen des Buches ein heller Knick, den ich durchaus störend finde. Neben einem bedruckten Cover, bietet Saal auch Ledereinbände an. Ich gehe davon aus, dass diese Variante den Knick nicht ausbildet. Bei bedruckten Covern scheint das aber normal zu sein. Zumindest haben Blurb Bücher in dieser Ausführung das gleiche Problen, weswegen ich auch Leineneinbände mit bedruckter Schutzhülle bestelle.

Würde ich noch einmal ein Buch bei Saal bestellen? Bis auf die Tatsache, dass meine Vorliebe für offenporiges Papier nicht erfüllt wurde, konnte Saal ziemlich gut punkten. Für meine Hochzeitsalben bleibe ich bei Blurb. Selbst hochpreisige Albenhersteller liefern ihre Bücher mit dicken Seiten und scheiden deswegen ebenfalls für mich aus. Für einen Bildband mit Landschaftsaufnahmen kommt Saal für mich durchaus infrage. Ebenso, wenn es mal schnell gehen muss – die Liefergeschwindigkeit ist sehr gut.

Wer es mal selber ausprobieren möchte, kann das über das Kennenlernangebot, das von Saal mit 15Euro unterstützt wird tun:

http://www.saal-digital.de/fotobuch/fotobuch-kennenlerngutschein/